Selbstständigkeit im Handwerk: So geht es nach dem Meisterbrief weiter

Für die meisten jungen Handwerker ist die Selbstständigkeit das große Ziel. Der Meisterbrief alleine genügt dabei jedoch meistens nicht: Auch an Businesspläne, Buchhaltung und Geschäftsräume muss gedacht werden.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Selbstständigkeit

Bild: ©istock.com/Kuzmichstudio

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Zunächst einmal sollte jeder Handwerker sein Metier so gut kennen, um zu wissen, ob die Meisterprüfung überhaupt Pflicht ist. Doch selbst wenn keine Pflicht vorliegt, lohnt es sich dennoch meistens, die Prüfung abzulegen. Wer als junger selbständiger Handwerker neue Kunden gewinnen möchte, kann mit dem Meisterbrief nämlich eine wichtige Qualifikation vorweisen, die Vertrauen weckt. Genauere Informationen zu den Voraussetzungen der jeweiligen Branche erteilen die Handwerkskammern vor Ort. Im Bergischen Land erteilt auch die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land entsprechende Auskünfte.

Um die Selbständigkeit mit Krediten zu finanzieren, muss zunächst ein Businessplan erstellt werden, um die finanzielle Tragfähigkeit des Konzeptes zu belegen. Empfehlenswert ist die Teilnahme an speziellen Veranstaltungen für Gründer, zum Beispiel bei den Handwerkskammern, bei der IHK oder VHS oder bei privaten Anbietern.

Was gehört in den Businessplan?

Ganz wichtig ist eine Marktanalyse, denn anhand dieser können die Kreditgeber beurteilen, ob sich der Antragsteller wirklich Gedanken über seine Zukunftschancen gemacht hat. Wer beispielsweise einen Friseurladen in einem 1.000-Seelen-Ort eröffnen möchte, in dem bereits drei Friseursalons vorhanden sind, wird kaum Chancen haben, sich neben der etablierten Konkurrenz durchzusetzen. Wer jedoch zeigen kann, dass im 5.000-Einwohner-Städtchen in letzter Zeit zwei Installateure in Rente gegangen, einer in eine andere Region umgezogen und einer pleite gegangen ist und somit eine riesige Lücke im Angebot klafft, wird eher die gewünschten Kredite bekommen.

Als nächstes erfolgt eine Aufstellung der einmaligen und der laufenden Kosten. So müssen meist geeignete Geschäftsräume angemietet werden, in denen der eigene Betrieb eingerichtet wird. Je nach Handwerk können dies die Räume sein, in denen die eigene Dienstleistung angeboten wird (z. B. Friseur- oder Beauty-Salon) oder ein kleines Büro für Buchhaltung und Kundendienst und ein Ersatzteillager. Handwerker, die viel zu Kunden unterwegs sind (z. B. Installateure, Elektrotechniker, Maler, usw.), benötigen auch einen Firmenwagen mit entsprechend viel Transportfläche (z. B. einen Transporter). Aus dem Businessplan sollte hervorgehen, dass sich die Erstinvestitionen innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre amortisieren und die laufenden Kosten durch die Einnahmen gedeckt werden. Nicht vergessen: Für eine Existenzgründung als Handwerker macht das Land NRW auch öffentliche Fördermittel locker, die unbedingt in den Businessplan mit einfließen sollten!

Alexandra Rüsche 24. August 2015

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