Nümbrecht: Vorlesen verbindet die Kulturen

Nümbrecht – Das Kommunale Integrationszentrum Oberbergischer Kreis und das Caritas-Projekt „vielfalt. viel wert“ haben zu einem Interkulturellen Vorlesen mit anschließendem Gespräch zwischen Schülern und Flüchtlingen eingeladen.

Im Nümbrechter Ratssaal kamen Schülerinnen und Schüler des Homburgischen Gymnasiums Nümbrecht und Flüchtlinge zusammen. (Foto: OBK)

Im Nümbrechter Ratssaal kamen Schülerinnen und Schüler des Homburgischen Gymnasiums Nümbrecht und Flüchtlinge zusammen. (Foto: OBK)

Die Liebe zum Buch verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Gute Geschichten verbreiten sich rund um den Erdball und fesseln begeisterte Leser auf allen Kontinenten. Dass Literatur zum Austausch zwischen den Kulturen beiträgt, wurde jetzt in Nümbrecht bewiesen. Auf Initiative des Caritasverbands für den Oberbergischen Kreis und dem Projekt „vielfalt. viel wert.“ fand in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) Oberbergischer Kreis ein Interkulturelles Vorlesen im Ratssaal statt.

Mustafa ist vor sechs Monaten aus Syrien geflohen und besucht seit vier Monaten einen Deutschkurs. Sein Mut auf Deutsch vorzulesen wurde mit viel Applaus belohnt. (Foto: OBK)

Mustafa ist vor sechs Monaten aus Syrien geflohen und besucht seit vier Monaten einen Deutschkurs. Sein Mut auf Deutsch vorzulesen wurde mit viel Applaus belohnt. (Foto: OBK)

Viele Nationen waren vertreten als Schülerinnen und Schüler des Homburgischen Gymnasiums Nümbrecht und Flüchtlinge gemeinsam zwei Kurzgeschichten lasen. Im Wechsel wurde auf Deutsch und Arabisch vorgetragen. Durch die jeweilige Stimmfarbe und Sprechweise der Vorleser erhielten „ Der grosse Schneemann “ und „ Die Wut der kleinen Wolke “ unterschiedliche Stimmungen. An die Wand projizierte Bilder spiegelten die beschriebene Atmosphäre wider. „Wir haben heute ein Gefühl und ein Gehör für die arabische Sprache bekommen und viel Neues voneinander erfahren“, stellte Sarah Krämer vom KI am Ende der Lesung fest.

Das interkulturelle Vorlese-Experiment brachte dem Publikum nicht nur die vorgestellten Bücher, sondern auch die Geschichten und Schicksale der Vortragenden näher. Arabisch-Lehrer Ridwan und Französisch- Lehrerin Fatima aus Syrien, der junge Afghane Nasir, Mezgin und Mustafa aus Syrien berichteten von ihrer Heimat, ihrer Flucht und dem Leben in Nümbrecht. „In Syrien war ich Lehrerin, jetzt bin ich Schülerin“, sagt Fatima und strahlt, als sie von neuen Freundschaften und Kontakten in Deutschland berichtet. Genau wie ihre Freundin Mezgin und die restlichen Vorleserinnen und Vorleser hat sie Zukunftspläne. Als Schlüssel für die Umsetzung ihrer Ziele sieht die Gruppe das Erlernen der deutschen Sprache. Gemeinsam absolvieren sie einen Sprachkurs der Lernhilfe Nümbrecht.

Fatima las auf Deutsch vor und berichtete von ihrem Leben in Syrien und in Nümbrecht. (Foto: OBK)

Fatima las auf Deutsch vor und berichtete von ihrem Leben in Syrien und in Nümbrecht. (Foto: OBK)

Andrea Bänker vom Caritasverband für den Oberbergischen Kreis machte den Zehntklässlern des Homburgischen Gymnasiums Mut, auch über das interkulturelle Vorlesen hinaus mit den neuen Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Hierfür böten sich im gesamten Kreisgebiet zahlreiche Möglichkeiten, beispielsweise über die youngcariats, Aktionen der Flüchtlingshilfen und EhrenamtsiniTIAVREN. Auch in der Bücherei für Nümbrecht gibt es Kontaktmöglichkeiten. Die Bücherei-Vorsitzende Gisa Hauschildt machte auf ein Sonderregal mit interkulturellen Büchern aufmerksam, das auch „Der grosse Schneemann“ und „Die Wut der kleinen Wolke“ umfasst.

ARKM Zentralredaktion 1. April 2016

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