Gemeinde Lindlar mit Einstiegsurkunde des INQA-Audits ausgezeichnet

Lindlar – Die Gemeinde Lindlar gehört zu den ersten 100 Teilnehmern am Pilotbetrieb des INQA-Audits Zukunftsfähige Unternehmenskultur. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Einstiegsprozesses nahmen Oliver Flohr, Schirmherr des Projekts, und Projektleiter Jens Schneider im Rahmen eines Workshops der Bertelsmann Stiftung und der Projektpartner in Berlin die Einstiegsurkunde entgegen.

Mithilfe des INQA-Audits Zukunftsfähige Unternehmenskultur können sich Unternehmen und Verwaltungen Klarheit darüber verschaffen, wie zukunftsorientiert ihre Organisations- und Personalpolitik ist und wo Verbesserungspotenziale liegen. Am Ende des zweistufigen Prozesses werden die Teilnehmer mit einer Abschlussurkunde ausgezeichnet. Eine Vorgehensweise, die Oliver Flohr, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Leiter der Abteilung Personal und Organisation der Gemeinde Lindlar, überzeugte. „Im Magazin ‚change’ der Bertelsmann Stiftung bin ich auf das INQA-Audit aufmerksam geworden. Besonders gereizt hat mich die Mitarbeiterumfrage. Das Audit ist für Mitarbeiter eine Chance, aktiv etwas zu verändern. Wir wollten, dass sich die Mitarbeiter einbringen und sagen, was sie denken. Und das hat super geklappt“, sagt Flohr und ergänzt: „Wir sind ein mitteständisches Unternehmen mit 114 Beschäftigten und wollen auch weiter die besten Mitarbeiter für uns gewinnen und sie auch halten. Das kann man nur machen, indem man andere Wege beschreitet“.

Der Auditierungsprozess bei der Gemeinde Lindlar begann Anfang des Jahres 2015. In einer ersten, anonymen Mitarbeiterbefragung wurden Veränderungsbedarfe ermittelt. „Die Gemeinde tut sehr viel für die Beschäftigten. Die Verwaltungsleitung wünschte sich, dass dies mehr von den Beschäftigten gesehen und wertgeschätzt wird“, sagt Prozessbegleiterin Claudia Severin. Die Vertreter auf Mitarbeiterseite wünschten sich ein gestärktes Miteinander von Führung und Mitarbeitern – ein Anliegen, dem auch die Personalratsvorsitzende Angela Ufer und Gleichstellungsbeauftragte Ingrid Neumann Nachdruck verliehen. Damit sei eine Herausforderung gewesen, Maßnahmen zu entwickeln, die bei den Beschäftigten nachhaltig ankommen und wahrgenommen werden, resümiert Severin.

Eine Projektgruppe, bestehend aus 15 internen Mitarbeitern aus allen Bereichen sowie der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt und dem Sozialberater, erstellten auf Basis der Mitarbeiterbefragung einen Entwicklungs- und Maßnahmenplan. „Die Ergebnisse verschwinden bei uns nicht im Papierkorb oder in der Schublade. Sie wurden kommuniziert, ebenso wie die 28 Maßnahmen, die entwickelt wurden“, erklärt Flohr. Selbstkritisch wird das Ergebnis vonseiten der Verwaltung ins Visier genommen: „Die Kommunikation soll verbessert werden – das war ein großes Thema. Es gibt bisher kein Intranet, viele Informationen wurden als Sammelmails rumgeschickt. Das wird sich ändern ebenso wie die Internetseite der Gemeinde“, sagt Flohr.

Quelle: Gemeinde Lindlar

Quelle: Gemeinde Lindlar

Von links: Peer-Oliver Villwock, Referatsleiter Zukunftsgerechte Gestaltung der Arbeitswelt und Arbeitskräftesicherung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Jens Schneider, Sachbearbeiter Personal und Organisation, Gemeinde Lindlar; Oliver Flohr, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Leiter der Abteilung Personal und Organisation der Gemeinde Lindlar; Birgit Riess, Direktorin, Programm Unternehmen in der Gesellschaft, Bertelsmann Stiftung.

Ein weiteres Thema, das in der Gemeinde großgeschrieben wird, ist die Gesundheit. „Ab dem 1. November 2015 erhalten unsere gesetzlich versicherten Mitarbeiter eine betriebliche Krankenversicherung. Als Arbeitgeber zahlt die Gemeinde einen Beitrag an eine private Krankenversicherung und die Mitarbeiter können ihren gesetzlichen Krankenversicherungsschutz im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen ergänzen. Jeder Mitarbeiter kann dann pro Jahr für 500 Euro zum Arzt gehen und sich auf Herz und Nieren prüfen lassen. Auf diese Weise sind alle versichert – ganz unabhängig von Vorerkrankungen“, erklärt Oliver Flohr. Finanziert wird diese Versicherung über Prämien, welche die Verwaltung für erfolgreiche Maßnahmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements erhalten hat.

Ebenso sei das Thema Hygiene angesprochen worden. „Bei uns herrscht reger Publikumsverkehr, der sich durch die Flüchtlingssituation noch erhöht. Wir haben einen Hygienetest durchführen lassen. Dabei wurde festgestellt, welches die größten Keimstellen sind. Jeder Mitarbeiter hat daraufhin ein Hygieneset bekommen mit einem Reinigungsschaum für die Hände, feuchten Desinfektionstüchern und Taschentüchern. Zusätzlichen wurden bereits automatische Desinfektionsspender im Kundenbereich und den Toiletten angeschafft. Zudem habe bereits ein interner Gesundheitstag stattgefunden – auch eine Maßnahme, die im Rahmen des INQA-Audits entwickelt worden sei. „Die Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource, die wir haben. Wenn ich einen Maschinenpark besitze, kommt auch der TÜV vorbei. Und auch wir müssen uns zukunftsorientiert aufstellen und verändern“, erklärt Flohr das Engagement der Gemeinde.

Das INQA-Audit, ein Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und wurde in enger Zusammenarbeit von der Bertelsmann Stiftung, dem Demographie Netzwerk e.V. (ddn) und dem Institut „Great Place to Work“ entwickelt.

Die Gemeinde Lindlar

Die Gemeinde Lindlar liegt im Westen des Oberbergischen Landes vor den Toren Kölns. High-Tech und Innovation im Grünen verbinden sich in der Gemeinde. Sowohl die Eisen-und Stahlindustrie ebenso wie Unternehmen aus den Bereichen der Papier-, Holz- und Kunststoffverarbeitung prägen die Wirtschaftsstruktur. Rund 22.000 Einwohner sind in Lindlar zu Hause. Nicht nur sie nutzen das umfangreiche Kultur- und Freizeitangebot – auch Touristen haben die Möglichkeiten der Region, ganz gleich, ob ausgedehnte Wander- oder Radtouren, längst für sich entdeckt.

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt daher mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine Plattform, auf der sich Verbände und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen – entlang der Themenfelder Personalführung, Gesundheit, Wissen & Kompetenz sowie Chancengleichheit & Diversity. Als unabhängiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen – auch regionalen – Unternehmens- und Branchennetzwerken.

Alexandra Rüsche 2. November 2015

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